Fachportal Food-Innovation

Zukunft der Lebensmittel: Innovation, Proteine und Nachhaltigkeit

Was essen wir morgen, und wie wird es hergestellt? food2020.eu ordnet neue Proteinquellen, Lebensmitteltechnologien und Nachhaltigkeitsfragen sachlich ein: mit Zulassungsstand, Nährwerten, Umweltbilanz und den Regeln, die für Verbraucher und Betriebe gelten.

Kurz beantwortet

Die Ernährung der Zukunft wird vielfältiger, nicht völlig neu. Hülsenfrüchte und Getreide bleiben die wichtigsten Alternativen zu tierischem Eiweiß; Insekten, Mikroalgen, Pilzprotein, Präzisionsfermentation und kultiviertes Fleisch ergänzen sie, brauchen in der EU aber eine eigene Zulassung als Novel Food. Parallel verändern schonende Verfahren wie die Hochdruckbehandlung, digitale Rückverfolgbarkeit und neue Verpackungsregeln, wie Lebensmittel produziert, haltbar gemacht und verkauft werden.

Die Themenfelder

Von der Proteinquelle bis zur Verpackung

Im Vergleich

Proteinquellen: Eiweißgehalt, Klimabilanz, Rechtsstatus

Grobe Orientierung, keine Nährwerttabelle: Eiweißgehalte schwanken je nach Sorte und Verarbeitung, Klimawerte je nach Herkunft und Methode der Ökobilanz. Die Größenordnungen für Treibhausgase stützen sich auf die Metaanalyse von Poore und Nemecek (Science, 2018).

QuelleEiweiß, ungefährTreibhausgase je kg ProduktStatus in der EU
Rindfleischetwa 20 g je 100 g (roh)sehr hoch, je nach Haltung mehrere Dutzend kg CO₂-Äquivalenteherkömmliches Lebensmittel
Geflügeletwa 20 bis 23 g je 100 g (roh)deutlich niedriger als Rind, aber höher als Hülsenfrüchteherkömmliches Lebensmittel
Erbse, getrocknetetwa 20 bis 25 g je 100 gsehr niedrig, rund 1 kgherkömmliches Lebensmittel
Tofuetwa 12 bis 16 g je 100 gniedrig, wenige kgherkömmliches Lebensmittel
Mehlwurm, getrocknetetwa die Hälfte der Trockenmasseniedriger als Rind, Daten aus wenigen Studienzugelassenes Novel Food (seit 2021)
Spirulina, getrocknetetwa 55 bis 65 g je 100 gstark abhängig vom Energieeinsatz der Zuchtvor 1997 in der EU verzehrt, kein Novel Food
Kultiviertes Fleischvergleichbar mit Fleisch (Ziel)offen, hängt vor allem vom Strommix abZulassungsanträge in Prüfung
Neu im Ratgeber

Zuletzt überarbeitet

Zur Einordnung

Warum dieses Portal unter food2020.eu erscheint

Von 2016 bis 2023 stand unter dieser Adresse die Website des deutsch-niederländischen INTERREG-Projekts FOOD2020, das kleine und mittlere Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft in der Grenzregion bei Innovationen unterstützt hat. Das Projekt ist abgeschlossen.

food2020.eu ist heute ein unabhängiges Fachportal und nicht die Projektwebsite, nicht ihr Nachfolger und mit den früheren Projektpartnern nicht verbunden. Wir vergeben keine Fördermittel und richten keine Veranstaltungen aus. Die Themen des Projekts, von alternativen Proteinen bis zur Verwertung von Reststoffen, greifen wir redaktionell auf.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was versteht man unter alternativen Proteinen?
Proteinquellen, die tierisches Eiweiß aus Fleisch, Milch und Ei ganz oder teilweise ersetzen sollen. Dazu zählen Hülsenfrüchte wie Erbse, Soja und Ackerbohne, Pilzprotein (Mykoprotein), Mikroalgen wie Spirulina, essbare Insekten sowie Proteine aus Fermentation und Zellkultur. Sie unterscheiden sich stark in Nährwert, Verarbeitungsgrad, Umweltbilanz und rechtlichem Status.
Darf man in Deutschland Insekten essen?
Ja, sofern das Produkt als neuartiges Lebensmittel nach der EU-Novel-Food-Verordnung zugelassen ist. Zugelassen sind bislang Produkte aus Mehlwurm, Buffalowurm, Wanderheuschrecke und Hausgrille, jeweils in bestimmten Formen. Insekten müssen auf der Zutatenliste mit ihrem Namen genannt werden, ein Hinweis auf mögliche allergische Reaktionen ist Pflicht.
Ist Laborfleisch in der EU erlaubt?
Kultiviertes Fleisch braucht in der EU eine Zulassung als Novel Food mit Sicherheitsbewertung durch die EFSA. Seit 2024 liegen erste Anträge vor, unter anderem für kultivierte Entenleber und kultiviertes Rinderfett. Wann und ob Produkte in den Handel kommen, ist offen.
Ist food2020.eu die Seite des Projekts FOOD2020?
Nein. Unter dieser Adresse lief bis 2023 die Website des deutsch-niederländischen INTERREG-Projekts FOOD2020, das inzwischen abgeschlossen ist. food2020.eu ist heute ein unabhängiges redaktionelles Fachportal ohne Verbindung zu den früheren Projektpartnern. Was über das Projekt öffentlich bekannt ist, fassen wir im Projektarchiv sachlich zusammen.