FOOD2020 (2016 bis 2022): Was das deutsch-niederländische Projekt bewegt hat
Ein sachlicher Rückblick auf das abgeschlossene INTERREG-Projekt, dessen Website bis 2023 unter dieser Adresse stand.
Kennzahlen auf einen Blick
- 2ProjektphasenPhase I und Phase II (FOOD2020 II)
- über 500unterstützte KMU in Phase Ilaut archivierter Projektbeschreibung
- 19Innovationsprojekte in Phase IIgrenzüberschreitend, laut Projektbeschreibung
- 7Think Tanks in Phase IIUnternehmen und Forschung zu Zukunftsthemen
Unter der Adresse food2020.eu stand von 2016 bis 2023 die Website eines Projekts, das die Lebensmittelwirtschaft beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze stärken wollte. Viele Hochschulen, Kammern, Netzwerke und Unternehmen haben damals auf diese Seiten verlinkt. Weil Besucherinnen und Besucher über solche Links bis heute hier ankommen, fassen wir zusammen, was über das Projekt öffentlich bekannt ist. Wir tun das als unabhängige Redaktion und in der dritten Person, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Worum es bei FOOD2020 ging
FOOD2020 wurde nach Angaben der früheren Projektwebsite über das Kooperationsprogramm INTERREG V A Deutschland-Nederland gefördert, ein Programm der Europäischen Union für die Zusammenarbeit in Grenzregionen. Ziel war, die Lebensmittelwirtschaft in der Grenzregion „fit zu machen für 2020“, so der Gedanke hinter dem Namen. Im Mittelpunkt standen kleine und mittlere Unternehmen: Sie sollten Ideen schneller zu marktfähigen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen entwickeln und dabei mit Partnern auf der jeweils anderen Seite der Grenze und mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.
Die zweite Projektphase orientierte sich ausdrücklich an gesellschaftlichen Herausforderungen, wie sie in der europäischen Forschungsförderung beschrieben wurden: gesunde Ernährung, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung. Koordiniert wurde das Projekt laut Projektbeschreibung vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück gemeinsam mit sieben Partnern aus Wirtschaftsförderung, Innovationsnetzwerken und Forschung in der Grenzregion.
Zwei Phasen, mehrere Instrumente
| Instrument | Was dahinterstand | Themen (Beispiele aus dem Archiv) |
|---|---|---|
| Innovationsprojekte | grenzüberschreitende Entwicklungsvorhaben von Unternehmen mit Forschungspartnern | Burger mit Insektenprotein, Snacks mit Algen, 3D-Druck von Speisen, interaktives Urban Farming, Schaumtechnologie, Produkte aus Reststoffen, vegane Würste |
| Machbarkeitsstudien | Prüfung, ob eine Idee technisch und wirtschaftlich trägt | neue Produkte und Verfahren in kleinen Betrieben |
| Think Tanks | moderierte Arbeitsgruppen aus Unternehmen und Wissenschaft über mehrere Sitzungen | alternative Proteinquellen, Aufwertung von Reststoffen, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung |
| Workshops | fachliche Weiterbildung | Hochdruckbehandlung, Ökobilanz in der Lebensmittelbranche, Krisenmanagement, Qualitätsmanagement |
| Veranstaltungen | Austausch, Vernetzung, Nachwuchsgewinnung | Food Future Day, Fachkonferenzen |
In der ersten Phase wurden laut der archivierten Projektbeschreibung innerhalb von drei Jahren mehr als 500 kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Innovationsprozess unterstützt. Für die zweite Phase nennt die Beschreibung 19 grenzüberschreitende Innovationsprojekte und sieben Think Tanks. Das Projekt FOOD2020 II wurde nach eigenen Angaben 2022 erfolgreich abgeschlossen; die Ergebnisse wurden in einer Abschlussbroschüre zusammengefasst.
Die Think Tanks
Die Think Tanks brachten Vertreter von Unternehmen mit Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung zusammen, um in kreativen Formaten neue Konzepte und Geschäftsideen zu entwickeln. Ein Think Tank widmete sich der Aufwertung von Reststoffen aus der Obst- und Gemüseproduktion, ein anderer alternativen Proteinquellen. Nach Darstellung der Projektwebsite zeigte sich dabei, dass deutsche und niederländische Unternehmen gerade bei neuen Proteinquellen voneinander profitieren können. Diese Themen greift das Fachportal heute redaktionell auf, etwa in den Bereichen Alternative Proteine und Upcycling und Reststoffe.
Der Food Future Day
Auf der Website prominent vertreten war der Food Future Day, ein Karrieretag für Studierende, Absolventinnen und Absolventen, Fachkräfte und Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche. Ausgerichtet wurde er laut archivierter Veranstaltungsseite vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück. Zum Programm gehörten eine Unternehmensmesse, Firmenpräsentationen, Berufsbilder, Fachvorträge und die Verleihung eines Nachwuchspreises. In den Jahren 2020 und 2021 fand der Karrieretag wegen der Corona-Pandemie online statt.
food2020.eu richtet den Food Future Day nicht aus und kann keine Auskünfte zu Terminen oder Anmeldungen geben.
Themen, die geblieben sind
Rückblickend fällt auf, wie viele der damaligen Projektthemen heute im Mittelpunkt der Debatte über die Zukunft der Lebensmittel stehen:
- Neue Eiweißquellen: Insekten, Algen und pflanzliche Proteine sind längst im Handel angekommen, siehe Insekten als Lebensmittel und Algen als Lebensmittel.
- Schonende Verfahren und Digitalisierung: Hochdruckbehandlung, 3D-Lebensmitteldruck und datenbasierte Produktion beschreibt der Bereich Neue Lebensmitteltechnologien.
- Kreislaufwirtschaft: Reststoffe als Rohstoff und Ökobilanzen sind fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategien vieler Betriebe.
- Verpackung: Biobasierte und kompostierbare Materialien werden weiter erforscht, ihr Nutzen aber kritischer bewertet, siehe Nachhaltige Verpackung.
- Sicherheit und Qualität: Allergenmanagement, Qualitätssicherung und Krisenmanagement bleiben Kernaufgaben, siehe Lebensmittelsicherheit.
- Lebensmittel aus der Stadt: Mehr dazu unter Urban Farming.
Hinweis für Suchende
Wer Informationen zu einem bestimmten damaligen Innovationsprojekt, zu Ansprechpartnern oder zu Fördermöglichkeiten sucht, wendet sich am besten an das aktuelle INTERREG-Programm Deutschland-Nederland oder an die Wirtschaftsförderung und Innovationsnetzwerke der jeweiligen Region. Diese Seite gibt nur einen Überblick; für Korrekturen und Ergänzungen erreichen Sie uns über das Kontaktformular.
Fragen und Antworten
- Kann ich mich bei FOOD2020 noch für ein Innovationsprojekt bewerben?
- Nein. FOOD2020 ist abgeschlossen, und food2020.eu ist nicht die Projektwebsite. Wer heute Förderung für grenzüberschreitende Innovationsvorhaben sucht, informiert sich am besten direkt beim aktuellen INTERREG-Programm Deutschland-Nederland oder bei der regionalen Wirtschaftsförderung.
- Gibt es den Food Future Day noch?
- Der Food Future Day wurde auf der früheren Projektwebsite als Karrieretag der Lebensmittelbranche vorgestellt und von einem Institut aus der Region gemeinsam mit einer Hochschule organisiert. Ob und in welcher Form die Veranstaltung heute stattfindet, können wir nicht sagen; food2020.eu richtet keine Veranstaltungen aus.
- Wo finde ich die Abschlussbroschüre und die Projektergebnisse?
- Die Unterlagen des Projekts stammen von den damaligen Projektträgern und werden hier nicht reproduziert. Archivierte Fassungen der früheren Website sind über das Internet Archive auffindbar; verbindliche Auskünfte können nur die damaligen Projektpartner geben.
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Redaktion food2020.eu · zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026.